EU-Komission verhängt Rekordstrafe für Google

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus gut informierten Kreisen in Erfahrung bringen konnte, wurde von der EU-Kommission eine Rekordstrafe in Höhe von 4,3 Milliarden Euro gegen Google verhängt. Dies ist bislang die höchste Kartellstrafe aller Zeiten, die aus Brüssel gegen ein einziges Unternehmen verhängt wird. Bereits 2017 wurde Google von der EU-Kommission zur Kasse gebeten und musste 2,4 Milliarden Euro in einem Verfahren um die Shopping-Suche zahlen.

Im aktuellen Fall verhängt die EU-Kommission ihre Strafe für Google wegen des Missbrauchs der Markenmacht mit dem Android-Betriebssystem. Wie zu hören ist will die Kommission, neben der Zahlung der verhängten Strafe, zudem auch Änderungen an dem Geschäftsmodell von Google, in Bezug auf das Android-Betriebssystem für Smartphones, durchsetzen.

Bei dem Betriebssystem Android handelt es sich um das meistgenutzte Betriebssystem für Smartphones weltweit und läuft allein in Europa auf etwa 80 % der verkauften Geräte.

Die EU-Kommission störte sich in Bezug auf das Betriebssystem vor allem an dem Vertriebsmodell von Google. So müssen die Hersteller von Android-Smartphones stets ein Paket, bestehend aus Elf Google-Apps, installieren und können diese nicht unabhängig voneinander installieren.

Daneben bemängelte die Kommission aus Brüssel zudem auch eine sogenannte „Anti-Fragmentierungs-Vereinbarung“, die es den Anbietern von Geräten mit Google-Betriebssystem nicht erlaubt, auch Smartphones mit abgewandelten Android-Versionen zu veröffentlichen. Und auch das Google die Erlöse aus Werbung über die hauseigene Such-App nur mit Herstellern teil, welche die App exklusiv auf ihren Geräten verwenden, gefiel der EU-Kommission überhaupt nicht.

So stand für die EU-Kommission am Schluss des Verfahrens auch eindeutig fest, dass Google durch seine Praktiken die eigene Marktposition, auf unfaire Weise, langfristig sicherstellen wollte. Aus diesem Grund verhängte die Kommission dann auch die bisherige Höchststrafe von 4,3 Milliarden Euro, womit Google sogar mehr zahlen muss als ein Lastwagenkartell, bestehend aus mehreren Herstellern. Dieses wird einstmals zur bisherigen Höchststrafe von 3,8 Milliarden Euro verurteilt, ein Rekord der bald der Vergangenheit angehören dürfte.