Ikea erfindet sich neu

Lange Zeit galt das schwedische Möbelunternehmen Ikea nicht als großer Fan von Online-Shopping und digitalen Inhalten. Vor allem auch Konzerngründer Ingvar Kamprad verhinderte viele Jahre lang den nötigen Schritt in die digitalen Welten. Doch damit ist seit dem Ausstieg des Gründers endgültig Schluss und bereits 2017 waren erste Anzeichen eines Wandels erkennbar.

So sollen sich unter anderem schon bald Produkte von Ikea auf Webseiten wie Amazon oder Alibaba erwerben lassen und dabei soll es auf Dauer nicht bleiben. So möchte das Unternehmen in Zukunft mit verschiedenen digitalen Möglichkeiten experimentieren und nutzen, sofern sich die jeweiligen Methoden bewähren sollten und für Ikea auch rechnen.

An eine Veränderung des bewährten Ikea-Konzepts, welches die Kundschaft in perfekt inszenierte Welten versetzt und diesen daneben etliche Accessoires anbietet, wollte das Unternehmen jahrelang nicht so recht wahrhaben. Doch selbst Statistiken zeigten in der jüngsten Zeit deutlich, dass die Besucherzahler immer weiter zurückgingen, besonders in Großstädten.

Auch daher überarbeitet der Möbelriese nun sein Geschäftsmodell und mutiert zu einem Technologie-Konzern. So sollen neue Ikea Filialen zukünftig auch auf verschiedenen, neuartigen Ladenkonzepten beruhen. Kleiner, schlanker und bedarfsgerechter soll die Ikea-Filiale der Zukunft im besten Fall sein, woran der Konzern bereits mit Hochdruck arbeitet und die verschiedensten Modelle testet.

Da jedoch mit sinkenden Besucherzahlen die großen Möbelhäuser von Ikea irgendwann sogar komplett von der Bildfläche verschwinden könnten, möchte das Unternehmen von einem Online-Umsatz in Höhe von nur rund sechs Prozent, schnellstmöglich auf 25 bis 30 Prozent kommen. Und zu diesem Zweck wird nun auch die Webseite und App von Ikea überarbeitet und auf mobiles Einkaufen ausgerichtet.

Rund 400 Millionen Euro stehen dem Unternehmen allein für den Ausbau der Logistik in Deutschland zur Verfügung. Unter anderem sollen in Metropolregionen neue Logistikzentren entstehen, von welchen aus Lieferungen innerhalb von 2 bis 3 Stunden angeboten werden.

Man darf gespannt sein wie Ikea der Umstieg vom klassischen Möbelhaus zum Online-Unternehmen gelingt und wie das neue Konzept von der Kundschaft angenommen wird.