Neues Ungemach für die Online-Werbebranche?

Die Online-Werbebranche und eigentlich alle, die auch nur eine kleine Internetseite zu gewerblichen Zwecken betreiben haben sich im Laufe des Jahres 2018 mit der Datenschutzgrundverordnung ( DSGVO ) auseinandersetzen müssen. Dies hat bei den Firmen nicht gerade für Begeisterung gesorgt, weil es zu erheblichem Mehraufwand geführt hat. Verbraucher, Kunden, Interessenten und selbst wer nur einen Newsletter irgendwo abonniert hatte, musste sich ebenfalls mit dieser neuen EU-Richtlinie auseinandersetzen und erneut sein Einverständnis dazu geben, dass die Firma seine Daten aufheben und verarbeiten darf. Während Internetnutzer eigentlich nicht verstanden haben wofür dieser ganze Aufwand betrieben wurde und die Firmen gerade die Arbeiten an der Umsetzung der DSGVO abgeschlossen haben, steht insbesondere der Online-Werbebranche schon die nächste Gesetzesänderung beim Datenschutz ins Haus. Das Besondere ist hier, dass für Werbetreibende und Firmen ans Eingemachte geht, da starker Einfluss auf weit verbreitete Werbeformen genommen wird.

Strenger, härter und wenig durchdacht: die neue e-Privacy-Verordnung

Die Europäische Union hat einige Aspekte des Online-Datenschutzes neu geregelt. Bis 2019 muss die neue e-Privacy-Verordnung auch in Deutschland in nationales Recht umgesetzt werden. Doch geht es hier nicht um den Schutz von personenbezogenen Daten von Verbrauchern, sondern vielmehr um bestimmte Verfahren, die in der Online-Werbung und in zahlreichen Online-Shops eingesetzt werden. So dürfen Cookies nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung des Nutzers gespeichert werden, und für alle Daten die irgendwelche Informationen zum Standort des Nutzers enthalten gelten besondere Regeln. Was von den Politikern zur digitalen Durchsetzung des Briefgeheimnisses bei Skype, WhatsApp und ähnlichen Programmen gedacht war, entwickelt sich zum Albtraum für Firmen und Verkäufer im Internet, die auf Tracking-Cookies, Geodaten und zahlreichen anderen Informationen angewiesen sind. Erwartet wird, dass dem Verbraucher eh keine Wahl gelassen wird, als Cookies und andere Informationsfreigaben zuzulassen, wenn er einen Dienst oder eine Webseite nutzen möchte. Für Firmen und Webseitenbetreiber wird das Online-Marketing dadurch aber in jedem Fall noch einmal deutlich komplizierter gemacht. In den nächsten Monaten wird die e-Privacy-Verordnung auf jeden Fall noch für viel Gesprächsstoff sorgen.